Die Aargauische Kantonalbank erzielt trotz schwierigem Umfeld ein erfreuliches Ergebnis (FOTO)

Die Aargauische Kantonalbank erzielt trotz schwierigem Umfeld ein erfreuliches Ergebnis (FOTO)Aarau (ots) – Die Aargauische Kantonalbank (AKB) präsentiert für das Jahr 2020 erfolgreiche Zahlen. Mit einem Geschäftserfolg von CHF 192,9 Millionen erzielt sie das drittbeste operative Ergebnis ihrer Geschichte. Ein weiteres Highlight ist das erfreuliche Wachstum von CHF 1,5 Milliarden im Kundenvermögen, welches sich per Jahresende auf CHF 30,1 Milliarden (+ 5,1%) beläuft. Die AKB erhöht ihre Eigenmittel im Jahr 2020 nach Gewinnverwendung um hohe CHF 118 Millionen auf total 2,5 Milliarden. Der Bankrat beantragt in Absprache mit dem Regierungsrat eine Gewinnablieferung an den Kanton Aargau von CHF 67,0 Millionen. Zusätzlich mit den CHF 11,1 Millionen für die Abgeltung der Staatsgarantie erhält der Kanton Aargau eine Gesamtentschädigung von CHF 78,1 Millionen für das Berichtsjahr.

Dieter Widmer, Direktionspräsident der AKB: “Wir haben unsere Leistungsfähigkeit bewiesen. Sämtliche Standorte blieben während dem Lockdown geöffnet, was unsere Kundinnen und Kunden sehr schätzten. Mobiles Arbeiten ist seit letztem Frühling Alltag und ermöglicht Beratungen auch via Videokonferenz. Das hohe Vertrauen der Kundinnen und Kunden sowie die tolle Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zum erfreulichen Ergebnis beigetragen. Dafür zolle ich ihnen meinen Dank und Respekt.”

Kommentar zur Bilanz und Erfolgsrechnung:

Die AKB unterstützt die Aargauer Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten – Wachstum bei Kundenausleihungen

Als verantwortungsvolle Aargauer Bank begleitete die AKB ihre KMU partnerschaftlich durch das turbulente Jahr. Unternehmen, die aufgrund des Coronavirus unverschuldet in Liquiditätsprobleme geraten sind und über ein intaktes Geschäftsmodell verfügen, bot die AKB rasch und unkompliziert Überbrückungshilfen in Form von Amortisationssistierungen und Liquiditätsspritzen an. Im Rahmen der Covid-19-Kreditprogramme von Bund und Kanton wurden über 2100 Kredite im Umfang von rund CHF 300 Millionen gesprochen, wovon Ende Jahr CHF 160 Millionen beansprucht wurden. 4% der Gesuche wurden aufgrund mangelnder Formalitäten oder Voraussetzungen abgelehnt. Die Missbrauchs-Verdachtsfälle konnten damit deutlich eingeschränkt werden. Lediglich bei einer Handvoll Fällen musste letztlich eine Meldung oder Anzeige an die Behörden erfolgen.

Im KMU-Bereich wurden die Kreditlimiten (ohne Covid-Kredite) trotz schwierigem Marktumfeld um netto über CHF 100 Millionen ausgebaut. Überschussliquidität, Negativzinsen und eine reduzierte Investitionsneigung führten zu vielen Kreditrückzahlungen. Dies zeigt sich auch am ungebremsten Anstieg der KMU- und Firmen-Guthaben um CHF 788 Millionen (+25,7%).

Planmässig stiegen die Hypotheken für selbstgenutztes Wohneigentum (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen) um CHF 308 Millionen (+ 2,9%). Die Nachfrage nach der im Juni lancierten Green Hypothek ist erfreulich. Die AKB konnte damit ihre führende Position in der Vergabe von Hypotheken an Privatpersonen in ihrem Marktgebiet weiter festigen. Die bisherige umsichtige Kreditpolitik, insbesondere mit Blick auf die Leerstände bei den Renditeliegenschaften, wurde in einem verschärften Wettbewerbsumfeld aufrechterhalten. Insgesamt wuchsen die Ausleihungen an Kunden um CHF 232 Millionen (+ 1,0%).

Vertrauen in die Bank der Aargauerinnen und Aargauer weiterhin hoch

Wie bei den KMU stiegen auch bei Privaten die Kundeneinlagen an. Dieser Effekt zeigt sich in Zeiten des Lockdowns stärker und ist ein Hinweis auf reduzierten Konsum. Gleichzeitig stieg der Anlagebedarf an. Mit CHF 765 Millionen netto Neuinvestitionen in Wertschriftenanlagen und mit weiteren CHF 200 Millionen Wertzuwachs erhöhten sich die Depotbestände auf CHF 14,2 Milliarden (+ 7,2%). Die durch die AKB selbst verwalteten Vermögensverwaltungsmandate und AKB-Fonds erhöhten sich um CHF 650 Millionen (+9,7%). Mittlerweile betragen diese Vermögen 52% der Depotbestände. Ohne die Corporate Assets übersteigen die Kundenvermögen erstmals die Marke von CHF 30 Milliarden (+ 5,1%).

Das Businessvolumen bestehend aus den Kundenvermögen (CHF 30,1 Milliarden), den Corporate Assets (CHF 3,2 Milliarden) und den Kundenausleihungen (CHF 23,6 Milliarden) erhöhte sich auf CHF 56,9 Milliarden (+ 3,9%). Die für die Strategieperiode 2016-2020 definierte Zielgrösse von CHF 50 Milliarden wurde damit deutlich übertroffen.

“Das Vertrauen in die AKB ist ungebrochen”, so Dieter Widmer und erläutert: “Die hohe Qualität der Beratungen sowie der Produkte und Dienstleistungen begeistert unsere Kundinnen und Kunden. Die physische und emotionale Kundennähe sowie das Engagement unserer Mitarbeitenden unterstützten diesen Trend. Mit den Veränderungen in der regionalen Bankenlandschaft im Herbst 2020 verdoppelte sich der Neukundenzugang. Wir können viele Beziehungen ausbauen und freuen uns am Zustrom neuer Kundinnen und Kunden in allen Segmenten.”

Geschäftsertrag übertrifft Vorjahreshöchstwert klar

Die Ertragsentwicklung bei der AKB ist weiterhin sehr positiv. Mit dem rekordhohen Geschäftsertrag von CHF 408,7 Millionen (+ 3,2%) wurde erstmalig die Schwelle von CHF 400 Millionen überschritten.

Der Nettoerfolg aus dem für die Bank wichtigen Zinsengeschäft liegt mit CHF 303,6 Millionen (+ 3,5%) trotz weiterhin hohem Margendruck über dem Vorjahresniveau. Die genutzten Opportunitäten in der Liquiditätsbewirtschaftung steuerten einen bedeutenden Teil zur positiven Entwicklung bei.

Die Wertberichtigungen und Verluste auf Krediten belaufen sich im Berichtsjahr auf netto CHF 1,1 Millionen. Im Vorjahr wurde ein Auflösungsüberhang von CHF 8,0 Millionen ausgewiesen. Dazu Direktionspräsident Dieter Widmer: “Gegen Ende des Berichtsjahres mussten wir vermehrt Wertberichtigungen vornehmen für KMU und Firmenkunden, die von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind. Insgesamt sind wir aber positiv überrascht, wie wenig sich die bisherigen Ereignisse auf unser Kreditportfolio ausgewirkt haben. Unsere umsichtige Kreditpolitik und das umfassende Risikomanagement zahlen sich aus.”

Starkes Kommissionsgeschäft und rückläufiges Handelsgeschäft

Die Erfolgsstory im Kommissionsgeschäft geht weiter. Der Erfolg erhöhte sich erneut und erreicht mit einer Steigerung von CHF 4,5 Millionen (+ 6,4%) einen sehr guten Wert von CHF 75,3 Millionen. Haupttreiber in dieser Geschäftssparte sind höhere Einnahmen aus den sich gut entwickelnden AKB-Fonds, der Vermögensverwaltung und den vor allem in nervösen Marktsituationen steigenden Börsencourtagen. Insgesamt betrug das Wachstum im Anlagegeschäft 10,1%. Die vermehrte Aktivität im Firmenkundengeschäft führte auch zu einer erfreulichen Steigerung bei den Kreditkommissionen um CHF 1,1 Millionen (+ 28,1%).

Die AKB fokussiert sich bei den Handelsaktivitäten weiterhin auf das Kundengeschäft. Die weltweite Pandemie hat ihre Spuren im Handelserfolg hinterlassen, und die AKB verzeichnet in dieser Sparte einen Rückgang von 11,8% auf CHF 21,3 Millionen. Der rückläufige Aussenhandel führte zu geringeren Umsätzen im Devisenhandel und einer Ertragsminderung um 9,1%. Regelrecht eingebrochen ist der (Einkaufs-)Tourismus im Ausland. Dies und der Trend zum bargeldlosen Zahlen liessen den Sortenhandelsertrag um 53,3% einbrechen.

Geschäftsaufwand leicht unter Vorjahr

Der Geschäftsaufwand sank leicht um CHF 0,4 Millionen (- 0,2%) auf CHF 203,3 Millionen im abgeschlossenen Geschäftsjahr.

Auf der einen Seite hat sich der Personalaufwand um CHF 3,3 Millionen (+ 2,8%) vergrössert. Dies ist insbesondere auf die höhere Anzahl gut ausgebildeter Fachspezialistinnen und Fachspezialisten zurückzuführen. Der Personalbestand stieg um 18,4 Leistungseinheiten (+ 2,6%). Die Teilzeitarbeitsmodelle werden immer mehr nachgefragt. Bereits 29% aller Mitarbeitenden nutzen diese, was einem Wachstum von 16% entspricht. 35% der Teilzeitarbeitenden entfallen auf Männer. “Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist wichtig”, so Widmer und fährt fort: “Mit den 15 Tagen Vaterschaftsurlaub und einer menschen- und leistungsorientierten Unternehmenskultur unterstützen wir unsere Mitarbeitenden und bleiben eine attraktive Arbeitgeberin.”

Auf der anderen Seite reduzierte sich der Sachaufwand um CHF 3,6 Millionen (- 4,2%). Optimierungen in der Informatik – trotz Zusatzaufwänden während der Pandemie – sowie im Liegenschaftsunterhalt führten zu massgeblichen Kostensenkungen. Trotz ausfallender Kundenanlässe stiegen die Marketing- und Sponsoringkosten an. Mit dem Programm “AKB Impuls” unterstützt die AKB mittels Projektfinanzierungen das Zusammenleben der Menschen in unserer Region. Die Gutscheinaktion mit Aargau Tourismus, durch die verschiedene Freizeit- und Tourismusangebote an über 25 000 Personen verteilt wurden, fand grossen Anklang. Durch AKB Impuls und die Gutscheinaktion floss insgesamt knapp CHF 1 Million an die Bevölkerung.

Geschäftserfolg weiter gesteigert

Der Geschäftserfolg, welcher den Erfolg aus der operativen Geschäftstätigkeit abbildet, beläuft sich auf ausgezeichnete CHF 192,9 Millionen und liegt somit CHF 10,6 Millionen (+ 5,8%) über dem Wert der Vergleichsperiode 2019. Die AKB verzeichnet damit den dritthöchsten Geschäftserfolg in ihrer langjährigen Geschichte.

Mit diesem Geschäftserfolg übertrifft die AKB die Erwartungen aus der Strategie 2016-2020 und beendet die Periode mit einer Cost-Income-Ratio von 49,7% unter dem Zielband von 50-55%. Die Eigenkapitalrendite verbleibt trotz steigendem Eigenkapital bei 7,8%. Auf Basis des international erforderlichen Mindestkapitals entspricht dies einer Rendite von 17,9%.

AKB stärkt Risikovorsorge und Eigenkapitalbasis zusätzlich

Die aufgrund der Pandemie unsichere konjunkturelle Lage veranlasst die Bank, die Risikovorsorge durch Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken zusätzlich zu erhöhen. Die Zuweisung beträgt CHF 46,7 Millionen (+ 72,3%) und führt zu einem Jahresgewinn von CHF 138,2 Millionen (- 6,3%).

Die freiwilligen Gewinnreserven sollen im Hinblick auf die zunehmenden Anforderungen des Regulators und den Eigenmittelanforderungen im Zusammenhang mit Basel III final vorausschauend um CHF 37 Millionen (+ 12,1%) erhöht werden. Damit baut die AKB ihre sehr solide Eigenkapitalausstattung weiter aus und stellt sicher, dass sie zukünftig auch unter verschärften Kapitalvorschriften ihre Geschäftstätigkeit gewohnt erfolgreich fortsetzen kann.

Zusammen mit der Bildung der gesetzlichen Gewinnreserve erhöht sich das Eigenkapital um rekordhohe CHF 117,9 Millionen, was zu einer Zunahme der Gesamtkapitalquote von 17,9% auf 18,6% führt. Unter Ausklammerung der freiwilligen Gewinnreserven liegt die Gesamtkapitalquote bei 17,8% (Vorjahr 17,4%). Damit erreicht die AKB beinahe das obere Ende des in der Eigentümerstrategie definierten Zielbandes von 16-18%.

Der Bankrat beantragt in Absprache mit dem Regierungsrat eine Gewinnablieferung an den Kanton Aargau von CHF 67,0 Millionen (CHF + 1,0 Millionen). Bereits ein Jahr früher als geplant, strebt die Bank für das Geschäftsjahr 2021 bei stabilem Marktumfeld eine deutlich höhere Gewinnablieferung an. Trotz tieferem Budget erachtet dies die Bank aufgrund der soliden Eigenkapitalausstattung als möglich.

Herausforderungen in der Strategieperiode 2021-2024

Die AKB hat sich für ihre Strategieperiode 2021-2024 zum Ziel gesetzt, die nachhaltigste Bank im Kanton Aargau zu werden. Wir müssen wissen, was den Stakeholdern besonders wichtig ist und wo sich ein Engagement auszahlt. Antworten erhalten wir von unseren Anspruchsgruppen. 2020 wurden Kundinnen und Kunden, sämtliche Mitarbeitenden und der Kanton Aargau als Eigentümer befragt. Die Resultate der Befragung sind neben Aufgabe zugleich auch Herausforderung. Ziel ist es, die unterschiedlichen Meinungen und Interessen in Einklang zu bringen und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu sichern. Die AKB verfolgt den umfassenden ESG-Ansatz. Was bedeutet: Ökologische und soziale Aspekte fliessen in alle Entscheidungen mit ein. Verstärkt werden die Aspekte auch ins Kerngeschäft, d. h. bei Produkten und Dienstleistungen einfliessen. Die Lancierung der Green Hypothek und dem Green Bond stellte im Jahre 2020 einen Anfang dar. Der Anlageprozess wird erweitert und die Transparenz gegenüber den Kundinnen und Kunden deutlich ausgebaut. Auch in den Kreditrichtlinien werden die Ansätze eingebaut, womit die Bank ihrer Verantwortung umfassend nachkommt. Zudem wird das Risikomanagement um nachhaltige Aspekte erweitert.

Die Kosteneffizienz soll im Bereich von 50-55% bleiben. Die Eigenkapitalrendite soll trotz hoher Kapitalausstattung 6-7% betragen. Direktionspräsident Dieter Widmer sieht den vielseitigen Herausforderungen mit Respekt und Optimismus entgegen: “Die Vorgaben sind eine Herausforderung für uns alle. Es bedeutet, dass wir unseren Marktanteil weiter ausbauen und unser Geschäft effizient und einfach betreiben. Mit unserer Strategie 2021-2024 haben wir die Wegweiser zur Zielerreichung gelegt.”

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